Die Wahrheit über Geschlechterstereotypen im Finanzwesen

Yuhman 10 Minuten Lesezeit
Beginner
Investieren

Wer war 2026 wirklich risikofreudig?

 

Hier eine Tatsache aus der Schweiz, die leider kaum noch überrascht: Frauen verdienen im Durchschnitt nach wie vor rund 19% weniger als Männer – und fast die Hälfte dieses Lohnunterschieds lässt sich weder durch Beruf, Erfahrung noch durch Qualifikation erklären (Bundesamt für Statistik, 2024).

 

Während das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern mittlerweile fast schon als gegeben hingenommen wird, nimmt die Investment-Story eine ganz andere Wendung. Männer handeln weiterhin häufiger und mit grösseren Volumen, während Frauen konstantere Gewohnheiten, eine breitere Diversifikation und eine klarere langfristige Ausrichtung zeigen. Die eigentliche Überraschung: Nicht die Generation Z, sondern ältere Generationen schliessen am schnellsten zur Männergruppe auf und definieren gerade neu, was «Risikobereitschaft» heute überhaupt bedeutet. Die geschlechtsspezifische Finanzlücke ist also noch immer vorhanden, doch die Spielregeln werden gerade neu geschrieben.

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Zahlen lügen nicht, aber sie erzählen plötzlich eine andere Geschichte

Für alle, die glauben, Geld-Klischees seien zusammen mit Klapphandys verschwunden: Sorry, aber Männer und Frauen gehen auch heute noch unterschiedlich mit Geld um. Trotz Krypto-Hype, Informationsflut und unzähliger Investment-Apps bleibt die Geschlechterkluft bestehen. Doch genau hier wird es spannend – denn die Geschichte nimmt gerade eine unerwartete Wendung.

Der Investment-Showdown der Geschlechter: Wer liegt vorne?

Geld war schon immer mit Vorurteilen behaftet: Männer gelten als Draufgänger, Frauen als vorsichtige Planerinnen. Und jetzt, da dank Fintech alle investieren können, könnte man meinen, diese Klischees müssten endlich verschwinden. Tun sie aber nicht – zumindest nicht automatisch. Mehr Zugang allein löscht alte Muster nicht aus. Also haben wir Yuhs Daten von 2024 bis heute analysiert, um zu verstehen, was in der Schweiz wirklich passiert. Das Bild ist deutlich vielschichtiger und spannender als die Stereotypen, mit denen wir aufgewachsen sind.

Wertpapiere: Männer handeln häufiger, Frauen klüger

Beginnen wir mit klassischen Aktien und ETFs. Männer sind nach wie vor die aktiveren Trader. Punkt. Im vergangenen Jahr tätigten 15.1% der Männer mindestens einen Wertpapier-Trade pro Monat, bei den Frauen waren es 11.1%.
Tabelle zum Vergleich der Unterschiede im Trading zwischen Männern und Frauen (Volumen, Höhe und Häufigkeit), basierend auf Daten aus Yuhs eigener Kundenbasis. Tabelle zum Vergleich der Unterschiede im Trading zwischen Männern und Frauen (Volumen, Höhe und Häufigkeit), basierend auf Daten aus Yuhs eigener Kundenbasis.

 
Kurz gesagt: Männer sind die hyperaktiven Trader in der Gruppe. Sie handeln fast doppelt so häufig, bewegen mehr als das doppelte Monatsvolumen und verkaufen deutlich schneller. Dies deutet auf eine geringere Risikoaversion, mehr Lust auf kurzfristige Bewegungen und eine klare Nähe zum spekulativen Bereich hin.
 
Frauen handeln seltener, dafür aber konsequenter. Rund 20% ihrer Käufe stammen aus wiederkehrenden Investitionen (bei Männern sind es 14%). Übersetzt heisst das: Ich habe einen Plan und ich halte mich daran. Ihr Stil ist ruhiger, stabiler und klar auf Ziele ausgerichtet.

Oder ganz einfach ausgedrückt: Männer surfen die Wellen, Frauen bauen das Schiff. Beide Wege sind völlig legitim, um mit Unsicherheit umzugehen.

Kryptowährungen: Hier wird die Lücke grösser

Sowohl Männer als auch Frauen sind im Kryptomarkt aktiv, aber ihr Stil könnte kaum unterschiedlicher sein.
 
Im vergangenen Jahr haben von 100 Yuhsern rund 8.7 Männer mindestens einen Krypto-Trade pro Monat ausgeführt, bei den Frauen waren es 4.7. Und sobald Männer dabei sind, drücken sie aufs Gas: Sie handeln dreimal so oft (0.86 gegenüber 0.27 Transaktionen) und mit deutlich höheren Beträgen (473 CHF gegenüber 147 CHF).
 
Die Botschaft ist klar: Ich will Action. Sie reagieren schnell auf Kursbewegungen und investieren alles – von Klassikern wie Bitcoin bis hin zu risikoreicheren Altcoins wie Hedera oder Cardano.
 
Frauen wählen einen anderen Weg. Sie handeln seltener und mit kleineren Beträgen, treffen ihre Entscheidungen dafür aber bewusster. Ihre Portfolios konzentrieren sich stark auf das stabile Trio Bitcoin, Ethereum und XRP. Stabilität schlägt Adrenalin.
 
Ja, beide Gruppen sind Teil der Krypto-Ökonomie. Während Männer jedoch auf Chancen zusprinten, wählen Frauen ihre Einstiegszeitpunkte sorgfältig aus und halten die kurzfristige Volatilität im Griff.

Risikoprofile: Konzentration versus Diversifikation

Tabelle zum Vergleich der Unterschiede im Trading zwischen Männern und Frauen (Volumen, Höhe und Häufigkeit), basierend auf Daten aus Yuhs eigener Kundenbasis. Tabelle zum Vergleich der Unterschiede im Trading zwischen Männern und Frauen (Volumen, Höhe und Häufigkeit), basierend auf Daten aus Yuhs eigener Kundenbasis.

Männer füllen 83% ihrer Top-10-Positionen mit Kryptowährungen und lassen nur 13% für Aktien oder ETFs übrig. Das ist keine Diversifikation, sondern ein klarer High-Risk-Ansatz mit hoher Volatilität und starken Schwankungen.
 
Und Frauen? Auch sie setzen stark auf Kryptowährungen (66.5% ihrer Top 10), doch ihre Portfolios sind deutlich ausgewogener. Der Rest verteilt sich auf ETFs, Dividendenfonds und etwas Gold. Oder anders gesagt: Frauen sind innovativ – aber mit Airbags.

 
Männer und Frauen gehen Risiken auf grundsätzlich unterschiedlich an. Männer zielen häufiger auf schnelle, hochriskante Gewinne, während Frauen stärker auf Streuung und Stabilität setzen. Richtig oder falsch gibt es hier nicht. Es sind zwei persönliche Strategien im Umgang mit Unsicherheit, von denen jede ihre eigenen Stärken hat.

Die überraschende Wendung, die niemand erwartet hat

Man könnte meinen, die Generation Z und die Millennials – digital aufgewachsen, immer online und Trendsetter vor dem Frühstück – würden die geschlechtsspezifische Investmentlücke schliessen. Unsere Daten zeigen jedoch das Gegenteil.

Krypto-Beteiligung

Die wahren Krypto-Champions sind die Angehörigen der Generation X (rund 41 bis 55 Jahre). Sie experimentieren nicht nur, sondern führen sowohl bei der Anzahl der Trades als auch beim Handelsvolumen. Für sie ist Krypto kein Nebenprojekt, sondern ein fester Bestandteil ihrer Anlagestrategie.
 
Und die Generation Z? Ausgerechnet jene Generation, von der man einen digitalen Finanz-Turbo erwartet hat, ist die am wenigsten aktive. Sie handeln seltener und mit kleineren Beträgen und zeigen deutlich mehr Zurückhaltung gegenüber Kryptowährungen. Selbst Bitcoin, die inoffizielle Eintrittskarte in die digitale Finanzwelt, landet bei den 26- bis 30-Jährigen nur auf Platz drei. Alle älteren Generationen setzen ihn hingegen auf Platz eins.
 
Diese Umkehr zeigt: Digitale Kompetenz bedeutet nicht automatisch finanzielles Selbstvertrauen. Oft zählen Erfahrung, Stabilität und das Miterleben mehrerer Marktzyklen mehr als die Fähigkeit, fünf Apps gleichzeitig mühelos zu bedienen.
 
Kurz gesagt: Während Jüngere häufiger über Kryptowährungen sprechen, klicken Ältere tatsächlich auf «Kaufen».

Warum hält sich diese Kluft?

Wenn Investieren heute so einfach ist wie Pizza bestellen und alle Zugang zu denselben Tools haben, warum unterscheiden sich Männer und Frauen im Umgang mit Geld dann immer noch so stark? Die Antwort lautet: Es geht weniger um Zugang und viel mehr um Erfahrung, Kultur und Selbstvertrauen.

1. Die Geschichten, mit denen wir aufwachsen

Geld ist nicht nur Mathematik, sondern auch Identität. Von klein auf werden Jungen und Mädchen mit völlig unterschiedlichen Rollenbildern geprägt. Jungen sollen mutig sein und Risiken eingehen. Mädchen lernen, vorsichtig und verantwortungsvoll zu handeln. Diese frühen Botschaften wirken bis heute nach – selbst bei gleicher finanzieller Bildung.
 
Kulturelle Normen beeinflussen unser Verhalten oft stärker als Einkommen oder Ressourcen. Entsprechend legen viele Frauen mehr Wert auf Sicherheit und langfristige Stabilität, während Männer stärker auf Wettbewerb und Leistung fokussiert sind.

2. Die Vertrauenslücke

Frauen wissen nicht weniger, sie trauen sich nur weniger zu. Studien zeigen immer wieder, dass Frauen ihre Finanzkompetenz niedriger einschätzen als Männer, selbst bei identischem Wissen. Wenn du an dir zweifelst,
 
  • beginnst du später,
  • investierst du weniger
  • und handelst du seltener.
 
Sobald Frauen jedoch starten, zeigen sie besonders stabile und konsequente Investment-Gewohnheiten.

3. Risikowahrnehmung

Es ist vor allem eine Frage der Haltung. Männer sehen Risiken als Chance. Frauen sehen Risiken als etwas, das langfristig gemanagt werden muss. Beides ist legitim, führt aber zu unterschiedlichen Portfolios. Frauen bauen meist widerstandsfähigere und ausgewogenere Portfolios aus digitalen Assets, ETFs, Dividendenfonds und Gold auf. Männer konzentrieren sich dagegen häufiger auf besonders volatile Anlagen wie Altcoins oder einzelne Aktien.

4. Verhaltensmuster

Frauen handeln seltener, überprüfen ihre Portfolios weniger oft und nehmen weniger kurzfristige Anpassungen vor. Männer sind aktiver, reagieren schneller auf Marktbewegungen und verändern ihre Positionen häufiger. Doch mehr Aktivität bedeutet nicht automatisch bessere Resultate. Oft zahlt sich die ruhigere, disziplinierte Herangehensweise von Frauen aus, die zu weniger emotionalen Entscheidungen führt und dafür sorgt, dass die Portfolios auch in turbulenten Phasen stabil bleiben.

Von der Absicht zur Tat

Die Daten zeigen klar: Geschlechterspezifische Muster beim Investieren sind noch immer verbreitet, aber nicht in Stein gemeisselt. Männer handeln nach wie vor häufiger, Frauen diversifizieren etwas stärker. Doch unter der Oberfläche passiert gerade viel.
 
Die Portfolios von Frauen werden strukturierter und anspruchsvoller. Ältere Generationen beweisen zudem, dass es nie zu spät ist, Selbstvertrauen aufzubauen und die Kontrolle zu übernehmen. Veränderung geschieht – aber nicht über Nacht. Und das ist völlig in Ordnung.
 
Wenn du eine Frau bist oder zur jüngeren Generation gehörst, dann ist hier die ehrliche Wahrheit: Du musst weder reich noch furchtlos noch perfekt vorbereitet sein, um zu investieren. Du musst einfach anfangen. Selbst ein paar Franken regelmässig zur Seite zu legen, ist besser, als auf den perfekten Moment zu warten. ETFs, Aktien, Kryptowährungen – was auch immer zu dir passt: Dein Geld für dich arbeiten zu lassen, ist eine der wirksamsten Antworten auf Inflation und zukünftigen Stress. Das Wichtigste ist, dranzubleiben, zu lernen, auszuprobieren und zu experimentieren, um deinen eigenen Weg zu finden.
 
Genau dort beginnt die echte Stärke.
Geld ist nicht nur Mathematik – Geld ist Identität. Von klein auf werden Jungen und Mädchen mit völlig unterschiedlichen Rollenbildern geprägt.
Investieren auf deine Art
 
Die gute Nachricht: Du brauchst weder ein Finanzstudium noch viel Startkapital – und Yuh macht den Einstieg besonders einfach.
 
Möchtest du dir langfristig Momentum aufbauen? Dann richte direkt in der App eine wiederkehrende Investition in ETFs oder deine Lieblings-Coins ein.
 
Magst du es dynamischer? Entdecke Teilaktien, Kryptowährungen und breit gestreute Instrumente, ohne dein Budget zu sprengen.
 
Und wenn du irgendwo dazwischen bist? Perfekt! Nutze Yuh zum Stöbern, Vergleichen und Beobachten. Mach dich vertraut. Geh kleine Schritte. Erhöhe dein Engagement, wenn du dich bereit fühlst.
 
Dein Anlagestil muss weder zu deinem Geschlecht noch zu deiner Generation passen, sondern zu deinen Zielen.

Noch Fragen?

Wie kann ich investieren, ohne zu viel Risiko einzugehen?

Der Schlüssel liegt in kleinen Schritten. Tools wie Sparpläne, die Bruchteile von Aktien oder ETFs umfassen, helfen, Schwankungsrisiken zu reduzieren. Mit Yuh kannst du deine Investments automatisieren und so eine solide Strategie aufbauen – unabhängig von deinem Startkapital.

Warum investieren Frauen anders als Männer?

Unterschiede im Finanzverhalten sind nicht angeboren, sondern hängen oft mit Erziehung, Risikowahrnehmung und dem historisch bedingten geringeren Selbstvertrauen von Frauen zusammen. Frauen betrachten das Investieren eher als langfristige Absicherung, während Männer es häufiger als Chance für kurzfristige Performance und Wettbewerb sehen.

Welche Generation investiert 2026 am meisten?

ntgegen der allgemeinen Annahme liegt nicht die Generation Z vorne. Es ist die Generation X (41–55 Jahre), die mit dem höchsten Handelsvolumen und einer stabileren Verwaltung digitaler Vermögenswerte führt. Das zeigt, dass Erfahrung und finanzielle Stabilität oft wichtiger sind als reine Technikaffinität.

Wer geht bei Kryptowährungen mehr Risiken ein?

Die Daten zeigen, dass Männer aktiver und spekulativer sind und ein dreimal höheres Transaktionsvolumen aufweisen. Frauen verfolgen hingegen eine vorsichtigere Diversifikationsstrategie, konzentrieren sich auf das «zuverlässige Trio» (Bitcoin, Ethereum und XRP) und ergänzen ihr Portfolio mit Gold und ETFs.

Was ist die Investitionslücke zwischen Männern und Frauen in der Schweiz?

Im Jahr 2026 besteht die Lücke weiterhin, sie entwickelt sich jedoch. Während Männer 87% mehr Transaktionen pro Monat durchführen, setzen Frauen stärker auf Beständigkeit: 20% von ihnen nutzen Sparpläne, bei den Männern sind es 14%. Der durchschnittliche Gender Pay Gap in der Schweiz liegt weiterhin bei 19% und beeinflusst direkt die Investitionsmöglichkeiten.

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